Kunden erwarten heute mehr denn je Sicherheit, Zuverlässigkeit und gesetzeskonforme Technik. Zugleich steigen die regulatorischen Anforderungen stetig an – insbesondere im Bereich der Ticket Automat Zertifizierung. Nur wer alle relevanten Normen und Prüfkriterien erfüllt, kann seine Produkte erfolgreich am Markt platzieren.
Wie eine solche Zertifizierung in der Praxis aussehen kann, zeigt die Zusammenarbeit zwischen Digital Elektronik und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).
Mit umfassender Expertise und modernster Prüftechnik hat Digital Elektronik die neuen Ticketautomaten der ÖBB erfolgreich zur Zertifizierungsreife geführt – ein Projekt, das Maßstäbe setzt.
Warum ist die Ticket Automat Zertifizierung so wichtig?
Ticketautomaten müssen mehr leisten als nur Fahrkarten ausgeben. Ihre Zertifizierung stellt sicher, dass sie in jeder Umgebung zuverlässig und sicher arbeiten — auch unter extremen Bedingungen.
- EMV-Richtlinien
- elektrische Sicherheit
- Schutz gegen Vandalismus
- Brand- und Witterungsschutz
Das alles sind zentrale Bestandteile. Ohne eine vollständige Ticket Automat Zertifizierung können Hersteller keine Marktzulassung erreichen oder riskieren hohe Folgekosten durch Nachbesserungen.
Der Weg zum zertifizierten ÖBB Ticketautomaten – welche Prüfungen waren notwendig?
Die Ticket Automat Zertifizierung für die neuen ÖBB-Ticketautomaten erforderte eine Vielzahl anspruchsvoller Prüfungen. Jede dieser Tests stellt sicher, dass der Automat allen Anforderungen im Bahneinsatz gerecht wird – von der Sicherheit über die Umweltresistenz bis hin zum Schutz vor Vandalismus.
Im Folgenden zeigen wir die wichtigsten Prüfbereiche und erklären, was genau geprüft wurde:
EMV-Prüfung: Elektromagnetische Verträglichkeit im Fokus
Bei der EMV-Prüfung (Elektromagnetische Verträglichkeit) für die Ticket Automat Zertifizierung wird überprüft, ob der Ticketautomat einerseits keine unzulässigen elektromagnetischen Störungen verursacht und andererseits gegen äußere Störeinflüsse resistent ist.
Diese Prüfung ist unverzichtbar, um sicherzustellen, dass der Automat auch in komplexen Umgebungen störungsfrei funktioniert.
Prüfablauf:
In speziell abgeschirmten Testumgebungen wurden der Automat elektromagnetischen Feldern und leitungsgebundenen Störungen ausgesetzt. Gleichzeitig wurde geprüft, ob der Automat selbst keine anderen Systeme stört.
Elektrische Sicherheit: Schutz der Nutzer
Die IEC 62368-1 ist eine internationale Norm für die Sicherheit von elektrischen und elektronischen Geräten in Audio-/Video-, IT- und Kommunikationstechnik. Im Rahmen der Ticket Automat Zertifizierung stellt sie sicher, dass Nutzer zuverlässig vor elektrischen Schlägen, Feuer und anderen Gefährdungen geschützt werden.
IP-Schutzprüfung: Staub- und Wasserschutz
Der Schutzgrad des ÖBB-Ticketautomaten wurde gemäß DIN EN 60529 getestet und mit der Schutzart IP54 bestätigt.
- 5 = Schutz gegen Staubablagerungen in schädigender Menge (Staubgeschützt).
- 4 = Schutz gegen allseitiges Spritzwasser.
Speziell der Schutz gegen Staub ist im Eisenbahnbereich essentiell, da durch stark auftretenden Bremsstaub einer Schädigung vorgebäugt werden muss.
Prüfablauf:
Bei der Staubprüfung wurde der Automat in einer Kammer mit feinem Staub beaufschlagt. Für die Wasserprüfung kam gezieltes Spritzwasser unter definierten Bedingungen zum Einsatz. Diese Tests sind ein wichtiger Bestandteil der Ticket Automat Zertifizierung und gewährleisten die Funktionstüchtigkeit auch unter rauen Umgebungsbedingungen.
Vibrations- und Schockprüfung: Belastbar im Bahneinsatz
Für die Ticket Automat Zertifizierung mussten die neuen Ticketautomaten ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis stellen. Dazu wurden Vibrations- und Schocktests durchgeführt, die gezielt die Belastungen im Zug- und Bahnbetrieb simulierten. Denn 150 der Automaten sind als mobile Geräte in den Zügen installiert.
- DIN EN 61373:2011 – Prüfung für Schwingen und Schocken
- DIN EN 60068-2-64:2009 – Schwingprüfung
- DIN EN 60068-2-27:2010 – Schockprüfung
Prüfablauf:
Sensoren wurden an kritischen Stellen des Automaten angebracht. Danach wurde er systematisch Vibrationen unterschiedlicher Frequenzen sowie gezielten Schockimpulsen ausgesetzt. Dabei wurde kontinuierlich die mechanische und funktionale Integrität überwacht.
Klimaprüfung: Funktion bei Extremtemperaturen
Die EN 50155:2017 regelt die Anforderungen an elektronische Systeme in Schienenfahrzeugen, insbesondere in Bezug auf Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Umweltbelastung.
Prüfablauf:
- Betrieb bei -25 °C (Hochlauf unter kalten Bedingungen)
- Betrieb bei +45 °C (heiße Umgebung)
- Betrieb unter zyklischer feuchter Wärme mit bis zu 96 % Luftfeuchtigkeit
Hierdurch wurde im Rahmen der Ticket Automat Zertifizierung nachgewiesen, dass der Automat auch bei extremen klimatischen Bedingungen einwandfrei funktioniert.
Einbruchstest: Schutz gegen Vandalismus
Die Ticket Automat Zertifizierung umfasste auch die Prüfung des Einbruchsschutzes nach VdS 3165. Das ist eine Richtlinie für mechanische Sicherungseinrichtungen an Fahrausweisautomaten. Als einer der wenigen Automaten erreicht dieser auch die erhöhte Schutzklasse FA2.
Brandschutzprüfung: Sicherheit im Ernstfall
Die Brandschutzprüfung erfolgte nach EN 45545-2, der europäischen Norm für Brandschutz in Schienenfahrzeugen. Diese Norm definiert verschiedene „Hazard Levels“ (HL1 bis HL3) je nach Risiko.
Prüfablauf:
Im Zuge der Ticket Automat Zertifizierung wurden zunächst Materialien und Komponenten hinsichtlich Entflammbarkeit, Rauchentwicklung und Toxizität geprüft. Danach erfolgte eine Brandrisikobewertung durch ein unabhängiges Testlabor.
Die ÖBB-Ticketautomaten erfüllen dabei die Anforderungen für alle drei Gefährdungsstufen (HL1 bis HL3).
Gemeinsam zur erfolgreichen Ticket Automat Zertifizierung
Das Projekt zeigt: Eine erfolgreiche Ticket Automat Zertifizierung braucht
- Expertise,
- Praxiserfahrung und
- ein zuverlässiges Partnernetzwerk.