Barrierefreiheit ist eine Anforderung, die in der Produktentwicklung von Beginn an mitgedacht werden muss. Ein Beispiel dafür ist der neue barrierefreie ÖBB Ticket Automat von Digital Elektronik, der seit Jänner 2025 an Bahnhöfen in ganz Österreich installiert wird. Die Vorarlberger Nachrichten haben gemeinsam mit Georg Fritsch, dem Vizepräsidenten des ÖZIV Landesverband Vorarlberg, am Bregenzer Bahnhof den Test gemacht. Das Ergebnis: Der Ticketkauf funktioniert in der Praxis reibungslos.
Wo Barrierefreiheit am Bahnhof anfängt
Georg Fritsch ist auf den Rollstuhl angewiesen und fährt mehrmals pro Woche mit dem Zug von Rankweil nach Bregenz. Der Weg zum Bahnsteig ist für ihn eine Abfolge von Hindernissen.
Defekte Lifte, fehlende Rampen und schlecht erreichbare Bedienelemente sind im Bahnalltag vieler Menschen mit Einschränkungen Realität. Doch Barrierefreiheit betrifft nicht nur Zugang zum Bahnsteig. Sie beginnt schon beim Ticketkauf.
Aus diesem Grund installieren die ÖBB eine neue Generation barrierefreier Ticket Automaten, entwickelt und gefertigt von Digital Elektronik. In Vorarlberg gibt es inzwischen 57 neue Geräte. Georg Fritsch ist zuversichtlich: „Die Barrierefreiheit hat sich in den vergangenen Jahren an vielen Bahnhöfen bereits spürbar weiterentwickelt.“ Der neue barrierefreie ÖBB Ticket Automat ist für ihn ein sichtbarer Schritt in diese Richtung.
Was kann der neue barrierefreie Ticket Automat der ÖBB?
Der neue Automat ist kein Upgrade des alten Geräts. Er wurde von Grund auf neu gedacht.
Die wichtigsten Features im Überblick:
- Größerer Monitor mit klar lesbarer Schrift und übersichtlicher Menüführung
- Taktile Elemente für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen
- Automatische Höhenerkennung passt die Bildschirmposition an die Körpergröße an
- Manuell verstellbarer Bildschirm für bessere Lesbarkeit aus verschiedenen Winkeln
- Beleuchtungsaufsatz für schwierige Lichtverhältnisse
- Funktion für „einfache Bedienung“
Am Bregenzer Bahnhof ist der Automat in der Vollausbaustufe installiert. Kartenlesegerät und Bargeldannahme sitzen auf einer Höhe, die für Rollstuhlfahrer und stehende Personen gleichermaßen gut erreichbar ist. Der gelbe Button „Einfache Bedienung“ auf der linken Seite des Startbildschirms sorgt für zusätzliche Barrierefreiheit. Wer ihn drückt, kauft das Ticket mit vergrößerter Schriftgröße und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Der Praxistest Schritt für Schritt
Der Ticketkauf selbst funktioniert für Georg Fritsch auf Anhieb reibungslos. Das Ticket hat er in wenigen Schritte gelöst. Er beschreibt die Menüführung als intuitiv und benutzerfreundlich.
Schritt 1: Zieleingabe. Der Touchscreen reagiert direkt. Die Menüführung ist klar. Fritsch findet das Ziel ohne Umwege.
Schritt 2: Ermäßigung auswählen. Die Optionen sind übersichtlich dargestellt. Auch hier kein Stocken.
Schritt 3: Bezahlung. Münzen einwerfen, Retourgeld entnehmen, Ticket nehmen. „Das Kartenlesegerät und die Bargeldannahme sind so angebracht, dass man bequem drankommt“, sagt Fritsch.
Das Gesamturteil fällt klar aus: Der neue Automat ist sehr gut bedienbar. Für Georg Fritsch ist das ein echter Fortschritt.
Sehen Sie sich den kompletten Praxistest von Georg Fritsch am Bregenzer Bahnhof an:
Lückenlose Barrierefreiheit braucht ganzheitliche Geräte-Entwicklung
Ein barrierefreier Ticket Automat funktioniert im Alltag nur dann richtig, wenn er von Anfang an für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen entwickelt wird. Nicht als Nachrüstlösung, sondern als Systemprinzip. Es darf keine Lücken in der Prozesskette geben. Jedes Detail zählt, vom Bildschirmwinkel bis zur Höhe des Münzeinwurfs.
Genau da liegt der Unterschied zwischen einem Komponentenlieferanten und einem Komplettanbieter. Bei Digital Elektronik stand Barrierefreiheit als Anforderung von Beginn an im Mittelpunkt des Produktdesigns. Das bedeutet, wir haben nicht einfach nur die Elektronik geliefert. Die Umsetzung erfolgte komplett aus einer Hand: von der Konstruktion über die Hardware- und Software-Entwicklung bis zur Zertifizierung und Serienfertigung.